Aufgrund fehlender Nachfrage und gesetzlicher Änderungen gingen die Tankstellen vor Jahren zunehmend dazu über, verbleites Superbenzin aus dem Angebot zu nehmen, so dass der vornehmlich für unsere DG-400 und DG-808C empfohlene Kraftstoff nicht mehr zur Verfügung stand.
Für den Betrieb von 2-Takt-Motoren ist der Bleizusatz im Benzin völlig überflüssig, weil er hauptsächlich in alten Motoren gebraucht wird, um die Ventile dicht zu bekommen. Die gibt es aber bei einem 2-Takt-Motor nicht. Das Problem ist nicht der Motor oder die Kraftstoffleitungen. Das Problem liegt vielmehr im Tank begründet, der bekanntlich aus Epoxiharz gefertigt ist. Der Stoff, der nun die Klopffestigkeit im bleifreien Superbenzin hervorruft, ist aber leider ein gutes Lösungsmittel für Kunststoffe.
Die einfachste und sicherste Empfehlung ginge dahin, in Zukunft AVGAS zu tanken. Das wäre aber bezüglich der Umweltfreundlichkeit der Motoren ein erheblicher Rückschritt und obendrein relativ teuer.
Deshalb haben wir eine spezielle Untersuchung gestartet, um in einem Laborversuch festzustellen, ob nicht dennoch in Zukunft bleifreier Kraftstoff - z. Bsp. Euro-Super getankt werden kann.
Nach Ergebnissen dieses Labortests können Sie unverbleiten Kraftstoff vom Typ "EURO 95" tanken.
Die Verwendung von verbleitem Kraftstoff oder "Super Plus" ist unnötig.
Lediglich der O-Ring vom Drainer muss getauscht werden, da er nicht entsprechend Kraftstoff-fest ist.
- w. dirks -
Eine Anzahl von Kunden hat nach unserer Kenntnis "dem Motor etwas besonders Gutes tun" wollen und tankt regelmäßig AVGAS. Das ist zwar grundsätzlich möglich, doch schadet es mehr, als es nützt.
AVGAS bewirkt aufgrund seiner hohen Oktanzahl eine härtere Verbrennung als "MOGAS". Das hat man seinerzeit schon beim Porsche-Flugmotor gut feststellen können. Dadurch erhöhen sich aber die Vibrationen des Triebwerks und die sind bei Klapptriebwerk-Motorseglern sehr kritisch. Deswegen geht hiermit die grundsätzliche Empfehlung an alle Kunden: Tanken Sie "EURO-Super" oder "bleifreies Benzin 95" und vermeiden Sie AVGAS, wenn es möglich ist.
Auch in anderen Ländern ist solcher Kraftstoff im allgemeinen erhältlich - teilweise aber unter anderem Namen.
So wird in den USA die Oktanzahl als Durchschnitt der Werte "ROZ" und "MOZ" angegeben, so dass dort das "Regular" mit 82 Oktan gemessen wird. Das dortige "Supreme" müsste unserem "EURO 95" entsprechen - bitte erkundigen Sie sich genau danach.
Im übrigen noch einmal die bekannte Aufforderung, nicht direkt aus Kanistern zu tanken, sondern immer eine Benzinpumpe mit zwischen geschaltetem Filter zu verwenden. Man glaubt es nicht, wie viele Motor-Stillstände schon passiert sind ganz einfach aufgrund von Dreck im Vergaser !!!
Und dass man ab und zu den Drainer betätigen muss, braucht ja wohl auch nicht wiederholt zu werden.
Ein Kunde mit einem Motorstillstand einer DG-400 erklärte unserem Prüfer auf dessen Frage kurzerhand:
"Drainen??, das mache ich nie!"
Er hatte ein zerlegtes Fahrwerk aufgrund einer Außen-Notlandung - und das hätte wirklich nicht passieren müssen!
Auf Grund von Erfahrungen aus Dauerversuchen empfiehlt die Firma SOLO als Zweitaktöl das Produkt Castrol Super TTS, TTS, ACT>EVO 2T, Power 1RS 2T oder andere Öle mit der Kennzeichnung JASO FC.
Dieses Öl entspricht der Spezifikation "API TC", wie im Flughandbuch angegeben.
Synthetisches Zweitaktöl anderer Firmen wird nicht empfohlen.
Entsprechend sollten auch Öle anderer Hersteller möglichst nicht verwendet werden.
Das Mischungsverhältnis ist - wie bekannt 1:50.
Wir wollen uns hier nicht über den ökologischen Sinn oder Unsinn auslassen, mit Traktoren, die Mineralöl verbrauchen, über Äcker zu fahren, um Raps anzubauen, aus dem in komplizierten und energieaufwändigen Verfahren Biokraftstoffe gewonnen werden. So etwas ist immer "politisch gewollt" und entzieht sich dadurch jeglicher sachlicher Beurteilung. Immerhin hat sich aber schon ein Politiker dazu bekannt:
"Brot gehört auf den Teller und nicht in den Tank!" Recht hat er.
Tatsache ist nun mal, dass dieses Zeugs in unseren Flugzeugtank nichts zu suchen hat und die Qualität des Superbenzins ganz einfach verschlechtert. An die Frage, ob diese speziellen Alkohole vielleicht einen GFK-Tank anlösen und undicht machen könnten, haben die übrigen Hohen Herren wohl eher weniger gedacht, und es ist ihnen auch egal.
Wir sind jetzt in einer unklaren Situation:
Um sicher zu sein, müssten wir Ihnen kurzerhand die Verwendung von Autosuper untersagen und Avgas vorschreiben. Das ist aus oben genannten Gründen aber auch nicht empfehlenswert - von der Ökologie mal erneut abgesehen.
Andererseits glauben wir nicht, dass die Verwendung des "neuen" Benzins zu negativen Folgen führt.
Und wir wissen auch nicht, was unsere Politiker noch alles hinein mixen wollen.
Wir haben mal eine "besonders teuflische" Testmischung erzeugt (Nennen wir sie intern mal die "Schwarz-Rote Mischung"!
) und machen damit einen künstlichen Alterungstest mit GFK-Platten.
Die Firma Solo will ihrerseits untersuchen, ob am Motor irgendwelche Dichtungen etc. in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Nach Abschluss der Tests haben wir etwas mehr Sicherheit. Bis dahin gilt:

Der Test ist inzwischen erfolgt mit dem Ergebnis:
Lieber Friedel,
Hoffentlich könnt Ihr auch euren Schweizeraufenthalt ein bisschen genießen..........
Zum Biokraftstoff:
Wir (oder lieber gesagt unsere Kunden) haben schon mehrmals schlechte Erfahrungen mit dem Alkoholzusatz gemacht.
Erstens wenn das Flugzeug länger nicht benutzt wurde.
Da war soviel Alkohol verflüchtigt das der Motor nicht mehr zündete und absoff...
Nach Anlassen mit einer eingespritzte Menge Frischbenzin lief das Triebwerk zwar aber sehr roh und unrund...
Nach abpumpen und Neubetanken war aller Ärger vorbei...
Geschweige dann noch die von Dir erwähnte Auswirkungen auf unsere Harze.
Zweitens haben Piloten die Erfahrung gemacht, dass vor allem auf kleinen Flugplätzen, wo ein Mogas Tank eingebuddelt wurde, Probleme entstehen können.
Der Umsatz ist hier so gering, dass der Kraftstoff über ein Jahr im Tank gelagert wird. Dies hat die gleiche Symptomen zur Folge wie in unserem Flugzeugtank.
Mehrere Flugzeuge auf diesen Flugplätze zeigten komische Erscheinungen. Unrunder lauf , Leistungsverlust und abnormale Abgastemperaturen.
In 2 Fällen wurden hier in die Schweiz das betroffene Benzin durch die Empa getestet....
Resultat in beide Fälle: Abpumpen und Entsorgen!
So viel zur Schonung der Umwelt!!!!!!!!
Liebe Grüße Peter und Maja
Hallo Herr Weber
Die Diskussion wegen gesetzlicher Zwangseinmischung von Alkohol (Frage: Warum werden organische Moleküle hoch geadelt in "Bio"?) in Ottokraftstoffen muss flächendeckend begonnen werden, denn jeder Kraftstoffverbraucher wird zukünftig Qualitätsprobleme nach dem Tanken haben, da die Alkoholeigenschaft, sich in Wasser zu lösen und dann als eigene Phase getrennt von den Hauptkomponenten Aromaten, Olefine, Paraffine, Nahthene und Ether mit mindestens 95 Volumen% lt. EN-Norm vorliegen. Der Verlust des Alkoholanteils wird die wichtigen Benzin-Eigenschaften wie Oktanzahlen, Dichte und Dampfdruck negativ beeinflussen, was jeder Motor "merken" wird.
Interessant ist, dass der deutsche Erdölbevorratungsverband, der für Ölkrisen 90 Tage Mineralöle lagern muss, alkoholhaltige Benzine nicht verwendet. Der deutsche Mineralölverband hat öffentlich erklärt, dass die deutschen Mineralölhersteller frühestens Herbst 2007 Bioalkohol zumischen können. Wer zumindest in dieser Saison weiterhin Mogas verfliegt, sollte seinen Lieferanten entsprechend nach dem Bioalkoholanteil befragen (möglichst bei jeder Autobetankung, damit das Management der Marke durch die Häufung sensibilisiert wird). Der Gesetzgeber hat leider den Zumischzwang erlassen, statt die Quote zu beschließen, denn dann wäre wie in anderen Ländern ( USA; Brasilien) purer Bioethanol als Kraftstoff für die Ökofreaks verfügbar.
Europa hat leider einen anderen Weg beschritten. Der motorabhängige Flugzeugführer ist wieder einmal der Dumme.
Mit freundlichem Gruß
W. Ulrich Kessler
Die Kraftstoffschläuche an unseren Flugzeugen sind sicherheitsrelevante Teile und müssen alle paar Jahre ausgewechselt werden.
Seit einigen Jahren gibt es einen neuen Typ aus PU-Material, der keine Laufzeitbeschränkung hat. Wir verwenden diesen Typ (momentan) nur erst bei Neuflugzeugen aus folgenden Gründen:
Es gibt derzeit noch keine Langzeiterfahrung mit dieser Art von Schlauch. Segelflugzeuge eignen sich - wie sonst auch - nur denkbar schlecht dafür, solche Langzeiterfahrungen zu machen, weil die Anzahl der Flugzeuge, die unter vergleichbaren Betriebsbedingungen fliegen, zu klein ist.
Deswegen warten wir erstmal ein paar Jahre Erfahrungen mit neuen Flugzeugen ab.
Es macht uns einen erheblichen Aufwand, technische Mitteilungen für die DG-400/600/800A/B heraus zu geben, die neuen Schläuche zuzulassen. Teilweise müssten sogar die Anschlüsse im Flugzeug verändert werden.
Die Kraftstoffanlage der DG-808C, der DG-1000T und der LS10-st sind dagegen von vorn herein anders aufgebaut worden.
Die PU-Schläuche quellen mit dem neuen alkoholhaltigeren Kraftstoff deutlich stärker auf, als es die Gummischläuche tun. Es soll aber bald ein Forschungsvorhaben wegen der neuen Kraftstoffe für die Luftfahrt gestartet werden und der Verband der deutschen Segelflugzeughersteller setzt sich dafür ein, dass diese neuen Schläuche dort mit getestet werden.
Der neue "phantastische" und angeblich ach so umweltfreundliche Biosprit stellt neuerdings womöglich wirklich ein Problem dar.